Arsenalstraße

Die Häuserzeile der Arsenalstraße wurde in den Jahren 1897/98 nach den Entwürfen des Architekten Raimund Singer erbaut. Bauträgerin war der „Spar- und Bauverein“, ein Vorläufer der ulmer heimstätte. Die Gebäude repräsentieren das erste Bauprojekt einer Ulmer Baugenossenschaft. In der Arsenalstraße 17 lebte bis zu seinem Tode am 18. März 1929 der Genossenschaftsgründer Friedrich Fallscheer. Heute befinden sich die Gebäude im Eigentum der UWS.

Es war ein historisches Ereignis, als am 2. Mai 1896 im Gasthaus Krone die erste Ulmer Baugenossenschaft gegründet wurde. Der Spar- und Bauverein machte es sich zum Ziel einen Beitrag für ein glückliches und menschenwürdiges Dasein zu schaffen. Durch gute und gesunde Wohnungen sollte dies erreicht werden. Zu dieser Zeit war dies keine Selbstverständlichkeit. In nicht wenigen Fällen hausten ganze Familienverbände mit Untermietern in dunklen und viel zu kleinen Wohnungen. Doch nun herrschte unter der Arbeiterschaft eine Aufbruchsstimmung. Im Gründungsprotokoll lesen wir den Sinnspruch, unter den die Gründung der Genossenschaft gestellt wurde:

„Das Gute siegt immer, wenn oft auch verkannt
Im Kampfe ums Dasein, verlästert, verbannt
Die Schraube des Weltschiffs kann rückwärts nicht gehen
Und wenn alle Teufel die Stange ihr drehen."

Der Vorstand griff den Elan der ersten Sitzungen auf. Dank der Förderung der Stadt Ulm konnte er ein Grundstück entlang der neu angelegten Arsenalstraße erwerben. In direkter Nachbarschaft befand sich das Magiruswerk. Trotz der überschaubaren 80 Pfennige pro Quadratmeter summierte sich die Investition auf rund 6.000 Mark.

Als Architekt konnte Raimund Singer gewonnen werden. Ende des 19. Jahrhunderts prägte er wie kaum ein anderer das Erscheinungsbild der Stadt Ulm. Seine Jugendstilentwürfe sind geprägt von aufwendigen Fassadengestaltungen, Erkern und Hausteindekoren. Insgesamt wurden 19 Wohnungen erstellt. Unter den ersten Bewohnern befand sich auch Friedrich Fallscheer. Er lebte bis zu seinem Tode am 18. März 1929 in der Arsenalstraße 17.
Im Rahmen der Projektentwicklung der Magirushöfe wurden die Gebäude an die UWS verkauft.

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