Diese Arbeiten dürfen Heimwerker nicht selbst erledigen!

Wer ein wenig Geschick im Umgang mit Werkzeug hat, erledigt möglichst viele Aufgaben im Haus selbst. Immerhin kann man auf diese Weise viel Geld sparen. Allerdings darf man nicht alles, was man sich zutraut, auch tatsächlich selbst ausführen. Besonders von Elektroinstallationen sollte man die Finger lassen – selbst der vermeintlich harmlose Austausch von Steckdosen und Lichtschaltern oder das Anschließen einer Lampe ist Laien eigentlich nicht erlaubt.

Wenn beim Tapezieren die Steckdosenabdeckung stört, greifen wohl die meisten zum Schraubenzieher und entfernen sie. Auch das Austauschen abgenutzter Lichtschalter gegen ein neues Modell erledigen die meisten Heimwerker selbst. Warum auch nicht? Schließlich kann man die Ersatzteile im Baumarkt kaufen. Doch so einfach ist das nicht. Und es ist obendrein gefährlich.

Steckdosen austauschen verboten

Die Arbeit kann zwar noch so simpel erscheinen, die eigentliche Gefahr aber kann der Heimwerker nicht einschätzen. Was viele nicht wissen: In Deutschland ist es Laien gar nicht erlaubt, elektrische Anlagen, die an das öffentliche Elektrizitätsversorgungsnetz angeschlossen sind, zu errichten, zu ändern oder instand zu setzen. Die Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) schreibt das in Paragraph 13 vor. Demnach müssen die Arbeiten durch ein in ein Installateur Verzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenes Installationsunternehmen durchgeführt werden. Ein Laie kann leicht erkennen, ob eine Steckdose defekt ist. "Wenn die Abdeckung beschädigt ist oder gar in Teilen fehlt, muss die Steckdose entweder befestigt oder ausgetauscht werden". Ob jedoch die Dose ausgewechselt werden muss, kann nur der Fachmann entscheiden. Wenn jedoch durch den Fehler eines Laien ein Schaden verursacht wird, muss man damit rechnen, dass die Versicherung nicht zahlt.

"Mehrfachsteckdosen sind nicht unbegrenzt belastbar".

Viele Leute übertreiben es und stecken sogar mehrere Mehrfachsteckdosen ineinander. Der Experte empfiehlt, immer einen Blick in die Bedienungsanleitung oder auf das Typenschild zu werfen, um sich über Verbrauch und Belastbarkeit zu informieren. Ansonsten kann es zu Kurzschlüssen, Schwelbränden oder gar Stromschlägen kommen. FI-Schutzschalter sollten eigentlich nirgends fehlen. Doch vorgeschrieben sind sie nicht in jedem Fall. Um Schaden vorzubeugen, ist es wichtig einen Fehlerstromschutzschalter – kurz FI-Schalter – im Stromkasten zu haben. "Dieser Schalter schützt vor gefährlich hohen Fehlerströmen". In einem solchen Fall unterbricht der FI-Schutzschalter blitzschnell den Stromkreis.

Dimmer nicht selbst anbringen

Auch die Installation von neuen Lichtschaltern sollten Laien besser dem Fachmann überlassen. Hier lauern die gleichen Gefahren. Selbst wenn es nur darum geht, einen alten Lichtschalter gegen einen modernen Dimmer auszutauschen. Ob Universaldimmer oder Dimmer für LED- oder Niedervolt-Halogenglühlampen – auch hier sollte der Fachmann gefragt werden.

Bei Elektroarbeiten den Vermieter fragen

Mieter müssen Rücksprache mit dem Vermieter halten, wenn sie Arbeiten an Steckdose oder Lichtschalter durchführen lassen.