Der Weg in die Gegenwart

Die 1980er und frühen 1990er Jahren waren geprägt durch einen Rückgang der Bautätigkeit. Nicht so bei den Modernisierungsinvestitionen. Insbesondere Zentralheizungsanlagen und Bäder standen im Mittelpunkt der Sanierungen. Da freien Bauflächen in Ulm schwer zu finden waren, weitete die ulmer heimstätte den Blick im Jahre 1990 in das Umland. In Erbach sich die Möglichkeit erstmals in der Geschichte der Baugenossenschaft außerhalb der Stadtgrenzen mit der „Alten Ziegelei“ ein Projekt umzusetzen.

1991 endete die Gemeinnützigkeit der Baugenossenschaften. Dies bedeutete eine spürbare Steuerbelastung, bewirkte gleichzeitig aber die Entwicklung neuer Konzepte und die Schärfung des eigenen Profils. Die ulmer heimstätte besann sich noch stärker auf ihre Wurzeln und forcierte den Wandel zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen rund um das Thema Wohnen. Ausdruck dieser Entwicklung ist die 2002 eröffnete Geschäftsstelle in der Söflinger Straße 72.

In den ersten 100 Jahren ihres Bestehens hatte die Heimstätte ihren Wohnungsbestand über fast das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet. Im Selbstverständnis der Genossenschaft war immer verankert, dass man nicht nur für die eigenen Mitglieder baut, sondern ein Teil eines Viertels ist. Durch die Einbeziehung von Geschäfts- und Ladenflächen trug man seit Anbeginn zu einem Miteinander im Quartier bei.

Als eine Antwort auf den demografischen Wandel wurde im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts immer häufiger über die Schaffung von Mehrgenerationenprojekten diskutiert. Nach mehrjähriger Planung wurde im Mai 2009 der Grundstein für das erste Mehrgenerationenprojekt der ulmer heimstätte in der Söflinger Straße gelegt. Fast zeitgleich entstand am Eselsberg zusammen mit der Stiftung Liebenau ein weiteres Projekt. Im Herbst 2019 zogen die ersten Mieterinnen und Mieter in das neueste Mehrgenerationen-Wohnprojekt der ulmer heimstätte in der Warndtstraße ein. Die Idee dafür kam von außen, von einer Initiativ-Gruppe, die später den Verein „aktiv gemeinsam wohnen e.V." gründete.

In den Jahren 2016 und 2018 veröffentlichte die Heimstätte erstmals Nachhaltigkeitsberichte. Sie führte die Diskussionen, Work-Shop-Ergebnisse und Strategieplanungen zu einem Nachhaltigkeitsprogramm zusammen. Die einzelnen Aufgaben aus den Kategorien „Wirtschaft", „Umwelt" und „Soziales" wurden sukzessive angegangen bzw. in laufende Prozesse umgewandelt.

Die konsequente Ausrichtung der Heimstätte auf längerfristige Ziele und die Loslösung von kurzfristigen Spekulationen ermöglichen es, den aktuellen Herausforderungen gelassen und konzentriert zu begegnen. Herausforderungen wird es zu jeder Zeit geben, auch in den kommenden 125 Jahren. Mutig und beherzt, den Blick auf das Wesentliche gerichtet, lassen sich diese meistern. So wird „unsere" ulmer heimstätte auch künftig ihren Teil „zu einem glücklichen und menschenwürdigen Leben" beitragen.

 

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