Neubau Warndtstraße 12-24/1

Das Wohngebiet der Warndt- und Saarlandstraße wurde Ende der 1930 Jahre durch die Heimstättenkolonie Ulm entwickelt. Die nahezu baugleichen Mehrfamilienhäuser waren durch einen Garten getrennt und boten nach dem Zweiten Weltkrieg vielen Familien ein neues Zuhause. Ende 2019 wurden die Neubauten der Warndtstraße fertiggestellt und u.a. durch das Mehrgenerationen-Projekt des „aktiv gemeinsam wohnen e.V.“ bezogen.

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war der Kuhberg nahezu unbebaut. Den Beginn der planmäßigen Wohnbebauung bildete die Gründung der Arbeitersiedlung „Unterer Kuhberg" durch die Ulmer Stadtverwaltung. Das Projekt war ein wichtiger Beitrag zur Linderung der Wohnungsnot jener Jahre.

Die Baugenossenschaft „Heimstättenkolonie Ulm", eine direkte Vorläuferin der heutigen ulmer heimstätte begann nach ihrer Gründung im Jahre 1919 zunächst das Gebiet rund um die heutige Heimstättenstraße als Siedlung zu gestalten. Hier setzte man auf kleine und bezahlbare Siedlungshäuser. Ende der 1930er Jahre erfolgte dann erstmals der Bau von Mehrfamilienhäusern am Unteren Kuhberg in der Saarland- und Warndtstraße.

Der Geschosswohnungsbau war im Rahmen der nationalsozialistischen Wohnungspolitik nicht en vogue. Die Nationalsozialisten präferierten den Siedlungscharakter, der zum Beispiel mustergültig in der Neu-Ulmer Dankopfersiedlung umgesetzt wurde - inkl. Appellplatz. Gleichschaltung und Kontrolle waren ein wichtiges Element der Wohnungspolitik der Nationalsozialisten. Die Heimstättenkolonie entschied sich dennoch für die effizienteren Mehrgeschossbauten.

Die Gebäude überstanden den Zweiten Weltkrieg mit nur leichten Beschädigungen und boten nach dem Krieg ein sicheres Zuhause für viele Ulmer Familien. Das Leben spielte sich in dieser Zeit auf der Straße und den Gärten zwischen den Häuserzeilen ab. Viele Bewohnerinnen und Bewohner jener Nachkriegszeit erinnern sich an die schöne Kindheit.

In den folgenden Jahrzehnten wurden die Gebäude mehrfach renoviert. In den 2010er Jahren erfolgten erste Überlegungen, die Warndtstraße durch einen Neubau zu ersetzen. Die Grundrisse waren nicht mehr zeitgemäß, die Bausubstanz miserabel und eine Sanierung nicht mehr wirtschaftlich.
2019 war es dann soweit und die Wohnungen konnten bezogen werden. Die Besonderheit: unter den neuen Bewohnerinnen und Bewohnern waren auch 53 Mitglieder des Vereins „aktiv gemeinsam wohnen e.V.". Auf dessen Initiative wurde das nun dritte Mehrgenerationenprojekt der ulmer heimstätte angestoßen.

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